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Was verdienen Blogger und wenn ja wieviel?

 

(Bild: SoMeDing.de)

Wovon und wie leben Blogger (in Deutschland) – ein Interview mit dem Münchner Bolgger Manuel E. Emanuel

Bloggen wird heutzutage immer populärer. Es gibt immer mehr Menschen, die den Beruf des Webbloggers ausüben oder ergreifen möchten. Aber was verdient eigentlich ein Blogger? Kann man aus den Einnahmen seinen Lebensunterhalt bestreiten? Auf welchem Niveau? Auch der finanzielle Faktor entscheidet darüber, ob Blogger Erfolge haben. Und die haben sie durchaus.

Ich:Sie gehören zu den zehn Prozent schlechtesten verdienenden Blogger. Wie das?

Emanuel: Ich verdiene am Blog noch nichts, weil ich ihn noch nicht monetarisiere. Dafür befindet er sich erst im Aufbau, benötigt mehr Inhalt und in der Folge eine entsprechende Reichweite. Das wächst – stetig und langsam, wie es sich bei einem Sozialen Medium gehört.

– Bildet die Blogosphäre die klassischen Medien ab? Ist sie das Spiegelbild etwa der Printmedien und des Rundfunks?

Ich sehe die Blogosphäre als hochinteressante Kanäle der demokratisierten Kommunikation. Seit den 1980er Jahren haben sich – jeweils nur kleine Gruppen – in offenen Video- und Hörfunkkanälen getummelt. Durch die Digitalisierung wirde die Partizipation in der Breite möglich. Wie schon bei den Römern mit ihren „acta diurna“, Gutenbergs Erfindung des Buchdrucks, die Erfindung von Radio und Fernsehen, haben „neue“ Medien immer auch neue Genres und Formen der Berichterstattung mit sich gebracht. Der Blog ist ein – sagen wir – „Kind“ der Digitalisierung und strahlt natürlich, wie bei den genannten Entwicklungen auch in die tradierten Medien zurück. Sie ändern sich mit jeder Neuerung und das ist auch gut so.

(Bild: Pixabay.com)

Die Multimedialität, d.h. die Verschmelzung der gedruckten und audio-visuellen Medien ist das eigentlich Neue. Und hier liegt der Reiz, die Herausforderung mit riesigen Gestaltungsräumen. Das heißt letztendlich Kreativität und die tut uns gut.

– Verläuft die weitere Entwicklung der Blogzone parallel zu der der klassischen Medien? (Wenn ja, ab welchem künftigen oder historischen Zeitpunkt?) Gehen beide einher?

Ich schätze, dass die Blogzone sich weiter professionalisieren wird, wie sie es in den letzten zwei, drei Jahren schon getan hat. Es wird zwei Gruppen geben: die passionierten Hobbyblogger und die hochprofessionellen Blogger die damit – ja heute schon – Geld verdienen.

– Gibt es etwa asynchrone Symmetrien dabei? (Ich übersetze in eine verständliche Sprache: Die Entwicklungen der beiden Medienarten müssen nicht zwangsläufig konstant symmetrisch verlaufen, sondern nur zeitweise)

Da es gerade im Verhältnis von klassischen und digitalen Medien sehr stark von gegenseitiger Akzeptanz abhängt, ist eine Asynchronität nahezu unumgänglich.

– Wer steckt wen womit an? Beispiel: Kommerzialisierung der Medieninhalte – greift sie als z. B. „paid content“ von den Klassischen auf die neuen Medien über oder umgekehrt, oder aber wechselseitig?

Es dürfte interessant sein, inwieweit sich paid content durchsetzt, wenn sich dadurch Qualität von Quantität und Halbwissen abhebt. Das dürfte ein spannender Prozess werden. Grundsätzlich gilt aber: Jeder Medienschaffende muss sein täglich Brot verdienen und die Einkünfte müssen irgendwo her. Und Qualität kostet erstmal Zeit und gerade die hat ihren Preis.

(Bilder: SoMeDing.de)

– Was verdienen Sie nun in einem mittelfristigen oder einem langfristigen Durchschnitt?

Mit dem Bloggen: nichts. Wird also gesponsert mit Erlösen aus sonstiger Tätigkeiten.

– Wie sind Sie als nebenberuflich tätiger Blogger bzw. als freiberuflicher Blogger sozial abgesichert? Wie gut/schlecht wird Ihre Rente sein? Wer arbeitet für Sie, während Sie krank sind?

Ich bin als freiberuflicher Journalist und Textautor sozial abgesichert. Noch speise ich unseren Blog mit Themen, die sich am Rande ergeben oder sich nicht an klassische Medien verkaufen lassen. Wenn mir das Thema aber gut und wichtig erscheint, habe ich mit dem Blog einen eigenen Kanal.

Wenn ich krank bin, bin ich krank. Dann läuft der Blog mit halber Kraft.

Das Gespräch führte Ich.


Name ist der Redaktion bekannt, wurde aber geändert.

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